Ein Revolutionsgericht in der iranischen Hauptstadt Teheran hat den renommierten Regisseur Jafar Panahi zu einer weiteren mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Wie die Zeitung „Emtedad“ unter Berufung auf seinen Anwalt Mostafa Nili berichtete, beträgt die verhängte Strafe fünf Jahre und einen Monat Gefängnis. Die Entscheidung markiert eine weitere Verschärfung des staatlichen Drucks auf den Künstler.

Neben der Freiheitsstrafe hat das Gericht weitreichende finanzielle und persönliche Sanktionen gegen Panahi verhängt. Das gesamte Vermögen des Regisseurs soll beschlagnahmt werden, was einen erheblichen wirtschaftlichen Verlust bedeutet. Zudem wurde eine zweijährige Ausreisesperre gegen ihn verhängt, die seine Bewegungsfreiheit massiv einschränkt.

Die Verurteilung erfolgt vor dem Hintergrund einer internationalen Anerkennung seiner Arbeit. Panahis Film „Ein einfacher Unfall“ gewann im Jahr 2025 die prestigeträchtige Goldene Palme in Cannes. Dieser globale Erfolg steht im starken Kontrast zur rechtlichen Lage in seinem Heimatland.

Die Justizbehörden begründen die Maßnahmen mit Vorwürfen der „Propaganda gegen das System“. Die erneute Verurteilung unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen der künstlerischen Freiheit und den staatlichen Vorgaben im Iran. Panahi bleibt damit eine zentrale Figur im Diskurs über die Rechte von Intellektuellen im Land.